Archonten-Voladores-Schattenmenschen-Dämonen und Co.
Geistiger Kampf und nicht-physische Einflüsse„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.“(Bibel: Epheser 6,12)
So oder ähnlich klingen die Kommentare der „Jenseits-Fremdenführer“ bei einer Beerdigung. Sie verfügen scheinbar über detaillierte Ortskenntnisse, haben bereits die nötigen Kontakte geknüpft, die „göttliche Anamnese“ arrangiert und bei diplomatischen Gesprächen für den richtigen Aufenthaltsort gesorgt.
Hand aufs Herz: Es klingt sehr beruhigend. Tatsächlich aber wissen wir nur wenig über das Leben und fast gar nichts über den Tod – geschweige denn über das „Gute und das Böse“. Was wir jedoch beobachten können, ist, dass sich in zahlreichen Religionen, Kulturen und spirituellen Überlieferungen Vorstellungen von „Antagonisten“ der Seele finden – Wesen oder Kräfte, die sowohl sichtbaren als auch unsichtbaren Ebenen zugeschrieben werden.Vereinfacht werden manche dieser Wesen oder Kräfte als eine Art „seelische Parasiten“ beschrieben. Ihnen werden schädliche oder destruktive Einflüsse auf Menschen zugeschrieben. Nach diesen Vorstellungen ernähren sie sich von physischer, seelischer oder sogenannter „feinstofflicher“ Energie. Ihnen wird zudem zugeschrieben, Einfluss auf das Bewusstsein, die Seele oder den Körper eines Menschen nehmen zu können.
Archonten
Vorstellungen von Archonten finden sich unter anderem in gnostischen Texten der Spätantike, darunter Schriften aus der 1945 bei Nag Hammadi entdeckten Textsammlung. Im Apokryphon des Johannes treten Archonten als kosmische Mächte beziehungsweise Herrscher auf, die innerhalb des gnostischen Weltbildes eine problematische Rolle spielen.
Voladores
In Carlos Castanedas Werk Das Wirken der Unendlichkeit beschreibt die Figur Don Juan sogenannte Voladores („Flieger“) – räuberische Wesen, die sich nach dieser Darstellung vom menschlichen Bewusstsein beziehungsweise von menschlicher Energie ernähren. Ein möglicher Ausweg wird darin gesehen, sich der eigenen Natur bewusst zu werden, die eigenen Gedanken zu hinterfragen und Täuschungen zu durchbrechen.
Schattenmenschen
Als „Schattenmenschen“ werden in paranormalen Erfahrungsberichten dunkle, menschenähnliche Erscheinungen bezeichnet, die meist nur schemenhaft wahrgenommen werden.
• schemenhafte Erscheinung
• keine eindeutig erkennbare Körperform
• plötzliches Auftreten
• häufig mit Angst oder dem Gefühl, beobachtet zu werden
In manchen paranormalen Deutungen wird ihnen eine absichtlich einschüchternde Wirkung zugeschrieben.
Energetische Wesenheiten
„Energetische Wesenheiten“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von Einflüssen auf das menschliche Energiesystem. Dazu werden – abhängig von der jeweiligen Vorstellung – Verstorbene, Engel, Dämonen, Entitäten, Anhaftungen oder sogenannte energetische Parasiten gezählt. Ihnen werden sowohl positive und neutrale als auch negative Wirkungen auf den Menschen zugeschrieben.
Djinns
Im Islam werden neben Menschen und Engeln auch Djinn als eigenständige Geschöpfe beschrieben. Nach islamischer Überlieferung besitzen sie Vernunft und freien Willen und können sich – ähnlich wie Menschen – unterschiedlich entscheiden In verschiedenen Überlieferungen wird ihnen auch die Fähigkeit zugeschrieben, auf Menschen Einfluss zu nehmen.
Gemeinsamkeiten in den Überlieferungen
Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft weisen diese Vorstellungen auffällige Gemeinsamkeiten auf. Den beschriebenen Wesen oder Kräften werden häufig Täuschung, Manipulation und Einflussnahme zugeschrieben. Negative Emotionen, Angst und innere Konflikte gelten in manchen dieser Modelle als Faktoren, die einen solchen Einfluss begünstigen oder nähren könnten. In einigen Deutungen wird daraus das Bild einer Gesellschaft abgeleitet, die sich zunehmend von Spiritualität und der Vorstellung eines göttlichen Ursprungs des Menschen entfernt.
Geister
Allan Kardec beschreibt in seinem Werk Das Buch der Geister verschiedene Entwicklungsstufen und Klassen von Geistern. Sein spiritistisches Modell behandelt die Beziehung zwischen materieller und geistiger Welt sowie deren mögliche Wechselwirkungen. Kardec vertrat die Auffassung, dass es unterschiedlich entwickelte Geister gibt, darunter solche, die als gut oder als moralisch niedrig entwickelt beschrieben werden.